Lebeblog Interview
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Interview mit Elias vom Lebeblog – JUST DO IT!

Schon vor längerer Zeit bin ich auf den tollen Blog von Elias gestossen und war als stille Leserin aktiv.

Nun habe ich beschlossen, dir Elias und sein Werk vorzustellen. Schliesslich will ich Gutes mit dir teilen 🙂 Elias hat mir diese Interview-Fragen beantwortet und gibt darin spannende Antworten über sich, über seinen Blog und vor allem über seine Ansichten zum Glück und zu einem positiven Leben.

Viel Spass beim Lesen 🙂

Elias Fischer lebeblog.de

Elias Fischer ist Autor, Speaker und Coach für Selbstentfaltung. Er schreibt seit 2011 im LebeBlog über seine Erkenntnisse zu den Themen „bewusstes Leben“, „Der Sinn des Lebens“ und „Wer bin ich wirklich?“ Auf der Suche nach Sinn, innerer Zufriedenheit und Glückseligkeit, entlarvte sich in seiner bisherigen Welt so manches Ziel als Unglücksbringer. Seitdem er erkannt hat, wie jeder Mensch mehr Glück und Begeisterung in sein Leben bringen kann, ist es sein Anliegen, dieses Wissen weiterzugeben. Sein bekanntestes Buch ist „Dinge, die ich gerne mit 18 gewusst hätte“.

Wann hast du dich entschieden, deinen Blog zu starten? Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Ja, das war das Buch Neue Erde von Eckhart Tolle. Ich war 2011 auf einer Sinnsuche, weil ich keine Erfüllung mehr in meiner Tätigkeit als Webdesigner erfahren habe. Dieses Buch hat mich sehr begeistert und mir genau das gegeben, was ich brauchte. Ich konnte dadurch die Welt und mich selbst besser verstehen. Mein Bauchgefühl sagte mir dann ganz klar: Teile dieses Wissen mit anderen, in deiner Sprache. Und so begann meine Reise zum Schreiben, zum LebeBlog und zum Buch.

Viele Menschen zweifeln an sich und ihrem Glück und das vor allem in der westlichen Welt, wo es den Meisten an nichts fehlt. Dort, wo weder Hunger noch Krieg vorhanden ist. Woran denkst du, liegt das?

Ich hab mal gehört, dass das Leid in den Armutsländern im Prinzip dasselbe ist, wie das Leid bei uns in den wohlhabenderen Ländern. Es ist nur anders. In den armen Ländern haben die Menschen vielleicht mehr Hunger, aber sie schätzen viel mehr die zwischenmenschlichen Kontakte und können sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen.

Die Menschen in den reichen Ländern haben alles, was ihr körperliches Wohl verlangt, aber ihr Herz ist ausgehungert und sehnt sich nach wahrer Liebe. Das Potenzial bei uns sehe ich in einer wahren Begegnung zwischen den Menschen auf Herzensebene, indem alle Masken und Schutzpanzer fallen gelassen werden.

Das würde sich dann auch auf den Rest der Welt auswirken, weil wir letztlich alle miteinander verbunden sind. Schon in diesem Moment sind wir den Menschen auf der anderen Seite der Welt näher, als uns bewusst ist. Das Handy, das wir täglich benutzen, die Kleider, die wir tragen oder den Kaffee, den wir trinken, das meiste davon kommt von genau den Menschen, deren Bauch hungert, während es bei uns das Herz ist.

Auch wir können jetzt und hier glücklich sein. Im Weg steht uns dabei nur der Verstand, der sich von den gesellschaftlichen und konditionierten Zwängen einschüchtern lässt. Er haftet sich an das Hab und Gut, an Ansehen und Ruhm, an Kontrolle und Sicherheit.

Wer unter solchen Voraussetzungen glücklich sein will, muss vom Verstand ins Herz gehen, ins Loslassen der Gedanken, hin zum Fühlen und Sein. Eigentlich einfach und es kostet keinen Cent, aber der Verstand und das Ego können mächtiger sein, als wir denken. Dies wahrhaben zu wollen und sich in das Ungewisse fallen zu lassen, ist die größte Hürde, für die die meisten Menschen heute noch nicht bereit sind. Aber es werden täglich mehr 🙂

Was tust du selber für dein eigenes Glück?

Jetzt kommt vielleicht eine Antwort, welche die meisten nicht erwarten würden: Ich begegne meinem Schmerz und meiner Angst. Das steht in meiner aktuellen Lebensphase im Mittelpunkt.

Ich habe keine Lust mehr, mein Leben nach Sicherheit auszurichten, um ja keinen Schmerz oder Angst fühlen zu müssen. So ein Leben ist für mich langweilig geworden. Ich hab es lang genug so gemacht und jetzt wächst mein Mut, meiner Angst immer näher zu begegnen.

Ich stelle mich Situationen, vor denen ich Angst habe, egal ob das Begegnungen mit schwierigen Menschen sind oder berufliche Wachstumsschritte. Das ist nicht immer leicht für mich und stets eine Herausforderung. Ich schaffe es auch nicht immer und verharre dann auch mal in einer Starre. So was ist auch OK. Die Hauptsache ist, dass ich in allem wachse; dass da eine Tendenz zu spüren ist, dass ich mich weiterentwickle und an den Konfrontationen innerlich reife.

Eine Herausforderung zu meistern, vor der ich zu Beginn Angst habe und ich keinen blassen Schimmer habe, wie ich das lösen soll, das macht mich gerade sehr glücklich.

Denkst Du, glücklich sein ist eine Charaktersache oder kann es gelernt bzw. trainiert werden (Kopfsache)?

Ich denke, es ist weniger ein Lernen, sondern mehr ein Aufwachen. Ich finde, viele in unserer Gesellschaft erfahren kein dauerhaftes Glück, weil sie in destruktiven Gedanken und/oder in bedrückenden Emotionen gefangen sind, aus denen sie nicht ohne weiteres rauskommen. Dies ist die Illusion, in der wohl die meisten Menschen leben, indem sie sich mit ihren Gedanken und Emotionen identifizieren. Aus diesem Schlaf können wir erwachen und dann ein Glück erfahren, was einfach da ist und für das wir nichts tun müssen. Andersherum gesagt ist Glück in uns allen immer da, es wird nur durch belastende Gedanken und Körperblockaden unfühlbar gemacht.

Stichwort Hamsterrad: Was fällt dir spontan dazu ein?

Solange ich mir selbst nicht wirklich bewusst bin, laufe ich jeden Tag im Hamsterrad. Ich handle dann nicht nach dem, was meiner wahren Essenz entspricht, sondern nach dem, was ich meine zu sein. Wenn ich meine, ich muss jemand sein, dann gibt es da auch einen jemand, der vor Angst, Unsicherheit, Schmerz und Leid beschützt werden muss. Dieses Beschützen treibt dann ein Hamsterrad an, das sich das ganze Leben lang drehen kann. Es ist dann nicht das wahre Leben, sondern ein Scheinleben, ein Schlaf, aus dem wir erwachen können.

Deshalb stelle ich mir oft die Frage, warum ich dieses oder jenes mache. Was soll es mir in Wahrheit bringen? Möchte ich damit vor etwas flüchten? Wenn ja, warum stelle ich mich nicht einfach dieser Situation? Was brauche ich dafür? Und dann mach ich es, wenn ich mich bereit dafür fühle.

Du lebst ein minimalistisches Leben. Inwiefern hat es dich verändert? Positiv/negativ? Wie stehst du heute zum Thema Konsumgesellschaft?

Mein minimalistisches Leben hat sich bisher nicht verändert. Erst heute habe ich wieder alle Klamotten in einen Sack zur Spende gepackt, die ich seit mindestens 30 Tagen nicht getragen habe oder zu denen ich keinen wirklichen Bezug mehr habe. Gleiches habe ich ein wenig früher mit meinen Büchern gemacht. Ich achte immer noch darauf, möglichst nichts an Dingen anzuhäufen, die ich nicht wirklich brauche.

Bis auf die Werbeplakate und den Leuten, die ich beim Einkaufen sehe, habe ich nicht viel Kontakt mit der Konsumgesellschaft. Ich verurteile sie auch nicht (mehr), denn die Menschen, die dieses Rad am Laufen halten, können schließlich auch nichts dafür. Es ist einfach eine Begleiterscheinung unserer heutigen Gesellschaft. Die Menschen suchen nach Glück und können dadurch höchstens lernen, dass da nichts zu finden ist. Wenn der Mensch bereit zum Erkennen ist, weil ihn all das nicht wirklich glücklich macht, wacht er von selbst auf und verändert sich und sein Leben.

Du bietest neu auch Beratungen und Workshops an. Was erwartet deine Teilnehmer in solch einem Workshop? Für wen ist ein solcher Workshop geeignet?

Letztlich führen alle meine Angebote zur Selbstverwirklichung. Dabei geht es nicht nur darum, die eigenen Träume und Ziele zu verwirklichen oder Potenziale zu entfalten, sondern vielmehr sich selbst erst mal zu erkennen. Erst wenn ich mich selbst wirklich erkenne und verstehe, was ich alles nicht bin, kann ich mich auch mit meinen wahren Träumen und Potenzialen verwirklichen. Dann mache ich die Dinge nicht mehr aus einer Angst heraus oder um anderen zu gefallen, sondern einfach nur, weil sie aus mir heraus fließen, wie das Wasser aus einer Quelle.

Selbstverwirklichung bedeutet aber nicht, dass da was fließen muss. Denn wenn ich die Verbindung zu meinem wahren Selbst hergestellt habe und verstehe, dass ich für mein Glück in Wahrheit nichts tun muss, weil ich nur den Moment und mich selbst genieße, habe ich mich schon verwirklicht. Dann geschieht nur noch das, was aus meiner wahren Essenz heraus auf natürliche Weise entsteht (oder nicht entsteht), ohne einen Gedanken, der da etwas planen oder kontrollieren will.

Auf diesem Weg bin ich gerade und ich habe keine Ahnung, wann er abgeschlossen sein wird. Ich gebe jedoch alles weiter, was mir bisher geholfen hat. Menschen ebenfalls zum Gehen ihres Weges zu inspirieren, bereitet mir große Freude.

Bezeichnest du dich selber als „Digitaler Nomade“ oder gehst du nebst deinem Blog und deinen Beratungen/Workshops noch einer anderen Beschäftigung in Form eines Angestellten-Verhältnisses nach?

Ich habe die Freiheit zu reisen, aber ich nutze sie nicht zu jederzeit. Jedenfalls gerade nicht. Ich lebe gerne in Berlin und wenn es mir im Winter zu kalt wird, pack ich einfach meinen Rucksack. Mein Hauptprojekt ist meine Selbstverwirklichung und der damit verbundene LebeBlog. Sonst mache ich nichts weiter.

Verfolgst du andere Blogs und deren Artikel? Wenn ja, welche und warum?

Nichts, was ich regelmäßig besuche oder wo ich sage, das haut mich oft vom Hocker. Was ich für meinen Weg brauche kommt zu mir. Aktuell ist es das, was Christian Meyer in Berlin lehrt. Da geht es genau darum, um aus dem Ego und dem Denken zu erwachen. Den Weg, den er beschreibt, geht über den Körper und das Fühlen. Mehr zu spüren und zu empfinden ist auch etwas, was ich mir sowieso gewünscht habe. Wenn ich dabei noch erleuchtet werde, nehme ich das auch gerne mit. 🙂

Ach ja, und JP Sears finde ich cool!

Wie viel Zeit investierst du wöchentlich in deine Projekte? (Blog/Beratung/Workshops etc.)

Die reine Arbeitszeit beträgt im Schnitt vielleicht 25 Stunden. Ich messe das nicht, sondern gehe rein nach meinem Gefühl und meiner Stimmung. Dabei denke ich mir oft, dass ich noch so viel mehr „produzieren“ könnte, aber meine eigene Entfaltung ist dabei wichtiger. Wenn ich nur noch produzieren würde, hätte ich keine Zeit mehr für meine Selbstverwirklichung.

Fiese Frage: Hättest du noch genau 1 Woche zu leben. Wie würdest du deine verbleibende Zeit nutzen?

Ich würde mich von allen Menschen verabschieden, die mir wichtig sind. Ich würde einen Blogartikel darüber schreiben, sodass auch meine Leser Bescheid wissen. Wenn ich dann noch Zeit habe, würde ich das, was ich eh schon mache – mich meiner Angst stellen – vielleicht noch intensiver machen. Da ich mich schon weitestgehend selbst lebe, gibt es gerade nichts, auf das ich verzichte und dann nachholen müsste.

„Mir fehlt der Mut. Ich traue mich nicht, ins kalte Wasser zu springen. Ich habe Angst vor den Konsequenzen.“… Bestimmt begegnest du solchen Aussagen öfters. Der Mensch scheut sich oft, für seine Träume etwas zu riskieren. Was sagst du dazu? Was wäre dein Rat?

Just do it.

Das Tun in langsamen oder großen Schritten halte ich für den besten Weg. Natürlich gibt es noch Methoden und Werkzeuge, mit denen man die Angst vorher etwas besänftigen kann. Aber letztlich ist es das Tun.

Am Anfang steht die Entscheidung und wer diese felsenfest gefällt hat, zu dem kommt alles von selbst, was er zur Verwirklichung braucht: Menschen, Bücher, Erfahrungen.

Wie reagiert eigentlich dein Umfeld auf deine oft sehr persönlichen Artikel und Aussagen? Stösst du auf Akzeptanz oder auch auf Gegenwind?

Mein persönliches Umfeld ist mindestens so offen wie ich. Je mehr ich von meinen wahren Gefühlen und Gedanken spreche, desto ernster können sie mich nehmen.

Könntest du dein Leben mit dem heutigen Wissen nochmal bei 0 starten. Was würdest du anders machen? Was würdest du wieder genauso machen?

Ich würde mich viel eher meiner Angst stellen, um neue Erfahrungen zu machen. Ich würde mich auch eher meinen Gefühlen stellen, sie einfach nur da sein lassen, akzeptieren und durchfühlen. Mein Bauchgefühl würde ich wieder als den wichtigsten Führer in meinem Leben sehen.

Planst du gerade neue Projekte? (Bücher/Events etc.) Wenn ja, worauf dürfen wir uns freuen?

Dieses Jahr erscheint der zweite Teil von „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte“, nämlich „Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte“. Da geht es vermehrt um das Erwachen und den Umgang mit den eigenen Gefühlen, sowie die Verbindung zum Körper und zur Liebe.

Gerade erstelle ich ein Programm zur „wahren Selbstverwirklichung“. Damit möchte ich einen Lehrplan anbieten, um auch anderen diesen Weg auf einfache Weise zu ermöglichen.

Gibt es etwas, dass du mir und deinen Lesern noch auf den Weg geben möchtest?

Just do it!

Vielen Dank Elias für die tollen Antworten! 🙂

Gerne darfst du nun Elias und mir deine Meinung zum Interview, deine Fragen oder einfach eine nette Nachricht  mitteilen. Einfach weiter unten einen Kommentar hinterlassen. Übrigens kann ich dir nebst dem Buch von Elias Dinge, die ich gerne mit 18 gewusst hätte“*, auch untenstehende Bücher* sehr ans Herz legen. Zeige dem Glück, wo es dich finden kann. Ich wünsche dir einen glücklichen Tag 🙂

Nicole

      *

 

photo: unsplash.com
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5 Kommentare

  • Antworten Helene Auel 16/05/2015 at 8:24

    Ellias… wir sind alle Sklaven der Sozialen-Versicherungen. Keiner kann sich einen Tag „ohne“ erlauben. Das macht uns unglücklich. Es ist ein soziales Netz, was uns gefangen hält und unglücklich macht. Wir leben und arbeiten um dieses Netz, was über uns eng gespannt wurde zu finanzieren. Deswegen sind so viele depressiv. Die hohen Mieten, sind das zweite gesellschaftliche Übel.. wer kann sich schon „das freie Handeln“ leisten, wenn er zu Miete wohnt ? Dazu kommen die Fernsehgebühren und die Stomkosten und Wasserkosten… wir haben keine Hütten und einen Brunnen vor der Haustür, wie in Afrika.. deswegen konnen wir auch nicht so vergnügt lachen. Nur es wird nie und niemals darüber geschrieben. Gelle.

  • Antworten Elias 17/05/2015 at 7:08

    Hallo Helene, was du erzählst, sind alles nur Glaubenssätze, und dabei nicht einmal sehr förderliche. Was du schreibst, kenne ich, aber ich habe auch andere Perspektiven. „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe“. Sobald du eine Absicht fällst, etwas anderes zu (er)leben, wird alles zu dir kommen. Dafür musst du dich jedoch dafür auch öffnen, und das sehe ich nicht bei dir. Du hast keine einzige Frage gestellt, wie es anders gehen könnte. lg Elias

  • Antworten Anja 20/05/2015 at 14:06

    Hallo Nicole und Elias,
    danke für dieses Interview, ich verfolge auch schon länger Elias Blog und finde mich in seinen Ansichten immer öfters wieder.
    LG!

    • Antworten Nicole 21/05/2015 at 8:44

      Hallo Anja,
      Schön, dass es dir gefällt 🙂 Ja, der Blog von Elias ist echt lesenswert.
      Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag
      Liebe Grüsse,
      Nicole

    • Antworten Elias 31/05/2015 at 15:25

      Danke Anja!

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