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Gib nicht auf – wie Du wieder in Deine Kraft kommst…

Gastbeitrag von Dagmar Hutter (herzerfuellt.ch)

Liebe Leser/in von bewusst glücklich… Ich freue mich, dass ich diesen Gastbeitrag schreiben darf. Das Leben bietet uns unendlich viele Möglichkeiten, das Leben zu leben. Ich habe mich für ein Leben in Achtsamkeit und Bewusstheit entschieden, und wenn ich mit diesem Gedanken hinter die Kulisse schaue, tiefer gehe, finde ich noch viel mehr – viel mehr als auf den 1. Blick ersichtlich ist. Ich möchte dafür aber ein bisschen ausholen:

FRÜHER – war ich oft zu müde, zu wenig motiviert, zu lasch um irgend etwas zu tun. Nach draussen gehen? Ich war froh, wenn es regnet. In der Natur sein? Warum auch, alleine machte es keinen Spass. Am morgen aufstehen, um wandern zu gehen? Ich schlafe lieber aus.

Alles Ausreden. Denn… es war mein Herz, das nicht wollte. Ich erfreute mich nicht an den Blumen, sah die wunderschöne Natur nicht. Ich ging wohl doch ab und zu raus, aber ich lebte nicht im Moment. Ich habe all das um mich herum nicht mit dem Herzen wahrgenommen. Zuviel beschäftigte mich. Hier ein Blick in die Vergangenheit, da etwas, was mir Kummer bereitete, dort eine Sorge. Anstatt den Moment zu geniessen, anstatt IM MOMENT zu leben, strich die Zeit an mir vorbei. Mein Herz blieb verschlossen. Anstatt die kleinen Dinge zu beachten und daran Freude zu haben, blickte ich in die Verschlossenheit meiner Seele.

HEUTE – Gehe ich raus, und sehe die kleinen Dinge, die mich erfreuen. Wenn ich am wandern bin, halte ich inne und blicke immer wieder herum, was es da alles sonst noch gibt. Allzu oft bin ich überwältigt ob der Schönheit dieses Planeten, den wir alle unsere Heimat nennen. Hinter jedem Schmetterling, hinter jeder Wurzel, hinter jedem Baum sehe ich noch viel mehr als ein Schmetterling, eine Wurzel oder ein Baum. Dies bringt mich in einen Zustand absoluten Ankommens – ankommen im Moment, der einzige Zeitpunkt, in welchem das Leben wirklich stattfindet. Im Hier und Jetzt. Eine absolute Ruhe umgibt mich. Es ist unendlich kostbar – und doch kostet es gar nichts.

In genau diesem Fluss war ich – als ich einen Skiunfall hatte. Umgefallen bin ich schon öfters beim Skifahren – Mitte Februar bin ich liegen geblieben. Kniescheibe rausgesprungen, Rettungsschlitten, Notfall im Spital Davos. Prognose: 6 Wochen Kniestütze anziehen, Ruhe, Vorsicht, Physiotherapie. Ich möchte dies gar nicht mehr weiter thematisieren. Jammern hilft nichts, das bringt mich nicht weiter. Und dennoch, haderte ich. Ich konnte nicht mehr raus, nicht mehr in meine geliebten Berge, Skisaison musste ich als für beendet anschauen. Ziemlich genau 6 Wochen sind seither vergangen. Ich denke im Moment noch nicht daran, wieder in die Berge zu gehen.

Ich gebe es zu, ich war unglücklich. Ich wollte raus – raus ins Leben. Wie schaffe ich es, wieder ,bewusst glücklich‘ zu sein? Wie komme ich wieder in meine Kraft? Und jetzt komme ich zur Einleitung dieses Artikels. Das Leben kann eindimensional betrachtet werden. Es war ein Unfall. Dieses und jenes kann ich im Moment nicht mehr machen. Irgendwann geht es wieder. Punkt. Schluss.

Aber ist es wirklich so einfach? Gibt es da nicht noch mehr was herausgefunden werden möchte?

Ich suchte nach Möglichkeiten, hinter die Kulisse zu schauen. Was möchte mir das Leben sagen? Wie kann ich das bestmögliche aus der Situation rausholen?

  1. Raus ins Leben. Für mich das Wichtigste. Dann muss ich andere Möglichkeiten suchen, Laufen geht im Moment nicht, aber fahren kann ich mit meinem geliehenen Automaten-Auto. So ging ich trotzdem einige Male rauf auf die Berge, mit der Bahn.
  2. Positiv denken. Mir helfen Affirmationen sehr, damit meine Gedanken in die richtige Richtung gelenkt werden. So wählte ich praktisch täglich eine neue Affirmation aus, die meinen Tag begleiteten. ,Ich bin geduldig mit mir‘. ,Ich erfreue mich an den Blumen, die ich sehe.‘ ,Mein Knie wird heilen.‘
  3. Ich schaue auf mich. Ich musste erst wieder lernen, dass ich auf mich schauen musste. wollte niemandem zur Last fallen, schon gar nicht bei der Arbeit. So wollte ich mein 90% Arbeitspensum durchstieren. Bald merkte ich, dass dies nicht geht. Und fand die Gnade mir selbst gegenüber, dass ich 50% arbeite, solange dies nötig war.
  4. Dankbar sein. Noch mehr. Dankbar sein, dass nicht noch mehr kaputt war. Dankbar sein, dass ich nette Helfer auf der Piste hatte. Dankbar sein, für die schönen Tage und Momente, die ich hatte in den Bergen. Dankbar sein – für das Leben.
  5. Liebe spüren. Liebe hin zu den Helfern auf der Piste, Liebe zu den Menschen, die mich unterstützten. Und sei es nur, wenn mir jemand half, den Einkaufskorb raufzutragen. Liebe zu mir – die trotz allem positiv blieb. Ich versuchte stets, ruhig und ausgeglichen zu bleiben, die Liebe half mir dabei. Denn so blieb ich bei mir – und konnte annehmen was ist.

Mag sein, dass Du denkst, was dieser ganze Aufwand soll? Seitdem ich angefangen habe, in die Tiefe zu blicken, wurde mein Leben soviel mehr lebendig. Erhielt soviel Ausdruck, soviel mehr Stabilität. Und so wurde ein simpler Skiunfall für mich zu einem mehr Erleben, mehr Erkenntnis, mehr Freude, mehr Gefühlen – mehr ICH.

Eindimensional ist mein Leben schon lange nicht mehr. Es läuft auch nicht immer wie am Schnürchen. Ist weder rund noch eckig. Sanft oder stürmisch. Gebogen oder gerade. Es ist von allem etwas. Und so lade ich auch Dich ein, hinter die Kulissen zu blicken – und das  Leben erleben.


Über die Autorin:

Ich bin Dagmar aus der Schweiz. Auf meinem Blog www.herzerfuellt.ch schreibe ich über Alltags-Themen des Lebens, die auftauchen und die es wert sind, näher anzuschauen. Das Leben jeden Tag so achtsam und bewusst wie nur möglich anzuschauen, ein Leben, in dem ich lerne die Liebe anzunehmen, ein Leben in der Natur, ein Leben im Hier und Jetzt, ein Leben in dem ich behindernde Glaubenssätze auflöse, All das habe ich zu meiner ganz persönlichen Religion erklärt. Der Weg ist das Ziel und mein Ziel ist es, mein inneres Strahlen wieder zu erwecken, glücklich und frei wie ein Schmetterling zu sein.

Fotos: ©Dagmar Hutter

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2 Kommentare

  • Antworten Andrea Bruchwitz 04/06/2017 at 12:47

    Vor allem der 4. Punkt ist enorm wichtig: Dankbar sein. Dankbar für die kleinen und großen Dinge, für jede kleine Blume am Wegesrand.

    Schöner Artikel 🙂

    Liebe Grüße,
    Andrea

    http://www.mindful-mag.com

    • Antworten Nicole 20/06/2017 at 19:51

      Hallo Andrea
      Danke 🙂 Ich war gerade auf der Seite vom mindful-mag 🙂 Wunderschöne Blogfarben und interessante Themen. Da werde ich mich gerne etwas einlesen.
      Liebe Grüsse
      Nicole

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