Alice im Schlummerland
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Alice im Schlummerland – und wie leicht du ins Wunderland gelangst!

Gastbeitrag von Sandra Vahle

Ich würde ja liebend gerne meinen Traum leben, aber…! Schluss mit den Abers dieser Welt! Seine Träume zu leben, ist möglich und zwar ausnahmslos. Mein Traum ist es zu schreiben und ich lebe ihn! Du willst deinen leben? Dann folge dem weißen Kaninchen und trink das Fläschchen mit dem Zaubertrank!

Du hast kein weißes Kaninchen gesehen? Und dein Zaubertrank heißt Bier, Wein oder Sekt? Oder Aperol Spritz? Dann bitte erst recht weiterlesen! Dann schlummerst du nämlich, und schlummerst und schlummerst – ich nehme dir das nicht übel, es ist gemütlich und bequem im Schlummerland! Viele Jahre meines Lebens schlummerte ich desgleichen. Genoss die Vorzüge und stellte meine Träume aufs Abstellgleis. Die Motivation, jeden Tag denselben Weg ins graue Büro einzuschlagen, sank mit jedem Tag. Hin und wieder sah ich das weiße Kaninchen vorbeihuschen, folgte ihm jedoch nie. Eines Tages sollte sich das ändern und urplötzlich war ich sogleich im Wunderland!

1. Tu es einfach

Rede und denke nicht alles tot. Bespreche dich nicht mit Menschen, bei denen du genau weißt, dass sie dir von deinen Plänen abraten werden! Du willst dein Leben ändern? Einen anderen Weg einschlagen? Dich selbstständig machen? Dafür brauchst du kein JA von deinem Umfeld, wenn du dir deins gibt! Eröffne dein Café oder deine Sprachschule! Beginne ein zweites, drittes oder viertes Studium mit Mitte vierzig. Trinke, obwohl du nicht weißt, was passieren wird – auch Alice war skeptisch und scheute eine Vergiftung, bewies aber letztlich Mut und schluckte das Ungewisse.

2. Schrumpfe

Um durch die Tür zu passen, musste Alice kleiner werden. Erst später im Wunderland dann wurde sie riesengroß. Bring die Bereitschaft mit, zu verzichten. Ich ging kellnern, schrieb ein bezahltes Buch als Ghostwriter und verkaufte eingestaubten Ballast auf dem Flohmarkt. Diese Einnahmen lagen weit unter dem Verdienst, den ich gewohnt war, aber sie ermöglichten das, was mir zuvor verwehrt blieb: Zeit im Wunderland. Flexible Zeit mit einem geringen Anteil an Fremdbestimmung. Das zehnte Paar Stiefel und das adrette Cabrio katapultieren dich nicht durch die kleine und enge Tür. Trinke, schrumpfe und du erlangst Zutritt.

3. Lass dich nicht entmutigen

Im Wunderland wirst du auf eigenartige Gestalten treffen und verrückte Sachen erleben! Manches ist mit Vorsicht zu genießen – behalte im Hinterkopf, dass die Königin manch einem dem Kopf abschlagen möchte. Gib bei Rückschlägen nicht auf und mach weiter. Als ich von einer Lektorin ein Gutachten für meinen ersten Roman erhielt, war ich zunächst geschockt. Die Protagonistin sei selbstbezogen, oberflächlich und überheblich. Diese böse Königin muss doch ein anderes Buch gelesen haben, hatte ich doch eine sympathische, sich reflektierende und nach Liebe suchende junge Frau erschaffen. Ich habe ein paar Tränen vergossen, und sie kurz darauf wieder weggewischt. Ich kann nur das schreiben, was in mir ist und was ich selbst gerne lese – im faktischen Bewusstsein, dass das nicht jedem gefallen wird.

4. Probiere dich und Verschiedenes aus

Funktioniert eine Strategie nicht, probiere eine neue! Bleib nicht stehen und versinke nicht in Selbstmitleid. Selbstmitleid ist zermürbend, richte deinen Blick lieber in die Zukunft. Halte dir vor Augen, was du noch alles probieren kannst, anstatt dich darüber zu ärgern, was nicht funktioniert hat. Denke an dein großes Ziel und steck dir erreichbare Teilziele. Mach ein Geschäft aus deinem Problem. Die ersten Zeilen meines ersten Romans sind entstanden, als ich arbeitslos war. Im Sommer release ich ein Projekt als Unternehmerin, fernab vom Schreiben. Versuche nicht Tag um Tag dasselbe, wenn es dich deinem Ziel nicht näher bringt. Sei nicht wie der Hutmacher, sonst wirst du eines Tages genauso verrückt! Bis heute versucht er vergebens einen Hut zu kreieren, der ihn aus dem Wunderland zu seiner geliebten Tochter bringt. Vielleicht wäre ein fliegender Teppich sein Ticket gewesen.

5. Breche Regeln

Nicht um rebellisch zu sein, sondern, wenn es dir notwendig erscheint – wenn es sich richtig anfühlt, in einem schwarzen Kleid zu heiraten! Als ich damals erste Leseproben an Freunde und Bekannte verschickt hatte, nörgelte die Mehrzahl an der ungewöhnlichen Sprache herum. Das passt nicht in die Neuzeit – das liest sich holprig. Ich benutze diese veralteten Wörter nicht, um zu polarisieren, sondern weil ich sie mag und sie in meinen Ohren wunderschön klingen. Desgleichen mag ich zuweilen lange Schachtelsätze, gleichwohl das manche furchtbar verpönen. Du wirst immer Kritiker haben, die es besser wissen. Sollen sie doch ihr eigenes Buch schreiben – so, wie es ihnen gefällt. Als ich die erste Werbeaktion gebucht hatte, riet man mir, den nächsten Roman im selben Stil nachzulegen – am besten in drei Wochen. Zur Hölle – ich kann kein Buch in drei Wochen fertigstellen! Außerdem will ich auch keinen Abklatsch meines ersten schreiben, sondern etwas Neues. Einen Psychothriller. Dann aber doch bitte unter einem Pseudonym. Weshalb eigentlich? Alice tanzt für ihr Leben gerne (From Zero to Hero), ebenso gerne aber lauscht sie in sinnlichen Momenten Balladen (From Sarah with Love).

6. Such dir Vorbilder und erbitte Ratschläge

Kontaktiere jemanden, der das erreicht hat, was du erstrebst! Bitte um Rat. Sebastian Fitzek riet mir, über eine Agentur bei den Verlagen dieser Welt anzuklopfen. Bis dato war ich Agenturen gegenüber skeptisch eingestellt, aber sein Ratschlag ermutigt mich dazu, mir einen Agenten zu suchen. Vorbilder sind keine Grinsekatzen. Du kannst ihnen guten Gewissens vertrauen – sie wissen, wovon sie reden und teilen ihren Erfahrungsschatz, von dem du profitieren kannst.

7. Such dir Gleichgesinnte und veranstalte Teepartys

Der letzte und womöglich kritischste Punkt. Warum? Weil aus Tee in der richtigen Gesellschaft Wein wird. Es ist unheimlich erbauend, wenn man sich mit jemanden austauscht, der ähnlich tickt. Manchmal braucht es den Märzhasen, der die Uhr ein paar Mal hintereinander in die Teetasse tunkt. Persönlich praktiziere ich diesen Austausch sehr oft und intensiv, allerdings besitze ich kaum noch eine einzige funktionierende Uhr.

Wenn du fortan nun nichtsdestotrotz weiter schlummern magst, dann verpasst du wirklich eine Menge! Wenn nicht, dann wünsche ich dir sogleich viel Freude und Spaß im Wunderland!


Über die Autorin

Sandra Vahle

Sandra Vahle lebt in Dortmund als Autorin und freie Texterin in Werbung und PR. Ihr Debüt ‚Otto hat Flick Flacks gekauft‘ handelt von der Sinnsuche der jungen Heidi Hagenbert, die hartnäckig um zwei Dinge kämpft: Den Traummann und Traumjob. Der eine oder andere Stolperstein erschwert den Weg, aber Heidi lässt sich nicht entmutigen – lieber ist sie bewusst glücklich!

 

Wenn du einen Blick auf Sandras Ebooks werfen willst, klicke einfach auf das entsprechende Buchcover:


 

photo Titelbild: unsplash.com
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2 Kommentare

  • Antworten Anja 23/05/2016 at 18:36

    Yeah, wie cool auch auf bewusst glücklich von Sandra zu lesen. 🙂
    Ich finde was du schreibst motiviert unglaublich, das fand ich schon bei unserem Interview. Viele scheuen sich gerade, weil sie Angst vor dem finanziellen Ruin haben, aus ihrer Komfortzone herauszubrechen, aber du machst echt Mut!
    Danke und liebe Grüße an Nicole und Sandra
    Anja

  • Antworten Sandra Vahle 25/05/2016 at 11:35

    Liebe Anja, vielen Dank für deinen Kommentar (und auch noch mal für das tolle Interview)!
    Ich finde es ebenfalls sehr wichtig, dass wir anfangen Geld und finanzielle Sicherheit anders zu gewichten – die Schweizer sind uns da übrigens weit voraus (#grundeinkommen). Zeit ist ein viel wertvolleres Gut und wir sollten uns weiter entwickeln, ohne maximale Geldentlohnung zu erstreben. Das wird uns zwar von klein auf eingetrichtert, macht allerdings nur bedingt und kurzfristig (#konsum) glücklich.
    Liebe Grüße zurück Sandra

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